Jakob

Das ist weniger eine Vorgeschichte, sondern mehr eine Hintergrundgeschichte zu den Eltern des Charakters und deren Geschichte. Eine Geschichte, die Jakob nachhaltig prägt und ihm hilft, seinen Weg zu finden.

Der Mutter Tod

Als Jakobs Mutter nach langer Bettlägrigkeit starb, hinterlies sie ihm als Erbe lediglich einen einfachen Brief. In diesem Brief beschrieb sie ihm, wie sie damals ihren Mann (und seinen Vater) kennen lernte. Sie war unterwegs von Rotholz durch den Wald um einem dort wohnenden Förster (der lebt da nu nimmer) ein paar Stoffe und Nahrung zu bringen, um die er gebeten hatte. Auf dem Weg dorthin wurde sie allerdings überfallen. Von miesen Schurken die man sonst in Rotholz nicht zu sehen bekam (zu dem Zeitpunkt war Krieg gegen irgendwen und die Typen hatten keinen Bock drauf). Es waren Gestalten und in ihren Augen wusste sie sogleich was die Männer wollten. Sie wurde gefesselt und an einen Baum gebunden. All ihr Schreien half nichts und keiner kam ihr zur Hilfe. Als der erste Mann, scheinbar der Anführer, schon bereit war in sie zu dringen wurde sein Kopf in der Hälfte gespalten. Voller Panik sah sie seine Leiche neben ihr zu Boden gehen und erst da bemerkte sie all die anderen Toten. Vor ihr stand ein groß gewachsener Mann in einfacher, nicht mehr so sauberer, Kleidung. In seinen Händen ein blutgetränktes Schwert. Stumm und ohne ein Wort zu sagen band er sie los und folgte ihr nach Rotholz. Niemals sprachen die beiden über diesen Vorfall. Aber wie es eben zu alten Zeiten war, so sah sie sich ihm verpflichtet. Es dauerte nicht lange, da heirateten die Beiden. Jakobs Mutter glaubte die Liebe würde mit der Zeit kommen. Zwar fühlte sich ihm für ewig verbunden, doch ob es die wirkliche Liebe war, das wusste sie wohl selbst niemals.

Des Vaters Geständnis

Nach langer Zeit und vielen Abenteuern also kommt Jakob zurück nach Rotholz und besucht auch seinen Vater. Er findet ihn auf dem Friedhof, am Grabe seiner Mutter. Und dort stehen sie lange Zeit in Stille. Dann brach Jakob das Wort mit leiser Stimme ‚Du hast mir nie erzählt wie Ihr Beiden Euch kennen gelernt habt.‘ Lange schaute der Vater, mittlerweile gezeichnet von den Jahren und der harten Arbeit, in Jakobs Augen.
‚Hat sie es Dir erzählt?‘
‚Es war das letzte Geschenk vor der langen Reise. Ich weis das Du sie gerettet hast vor den Banditen.‘
‚Vor den Banditen. Hm. Ja, Banditen.‘
Nachdenklich schaute Jakobs Vater auf das Grab.
‚Lass uns nach Hause gehen und ich erzähle Dir was sich dort zu trug und wer diese „Banditen“ waren.‘
Beide gehen durch das Dorf, schweigend. Vom Marktplatz ist der Lärm des freudigen Festes zu hören. In dem kleinen, bescheidenen Bauernhaus angekommen macht Jakob ein Feuer im Kamin. Während sein Vater sich hinsetzt und nachdenklich ins Nichts schaut. Dann beginnt er langsam und stockend zu erzählen.

‚Alyssa ist ein Land das den Krieg nicht scheut. Und als ich so jung wie Du war, da gab es mal wieder einen Krieg. Und diesmal wurde ich eingezogen. Eigentlich komme ich aus einem verschlafenen Dorf. Einem so verschlafenen Dorf wie Rotholz, nur weiter im Osten. Bauern und einfache Leute wurden eingezogen und wir marschierten mehrere Tage. Doch ich hatte Angst vor dem bevorstehenden Krieg. So sehr Angst, dass ich mich einer Gruppe von Leuten anschloss, die beschlossen hatten dort nicht mitzumachen. Wir schliechen uns des Nachts weg von der Kompanie in den Wald hinein. Am nächsten Tag fiel unser Verschwinden auf und wir wurden gesucht. Doch nicht lange. Der Nachschub wurde dringend an der Front gebraucht. Wir hatten sozusagen Glück. Oder wie man es nimmt.

Es war Herbst und Nahrung war in dem Wald knapp. Keiner traute sich zurück in seine Heimat, vor Angst von der Obrigkeit verfoglt zu werden. Die meisten Dörfer waren zu diesem Zeitpunkt ohne Männer. Alle waren im Krieg. Es war ein leichtes sich mit Gelegenheitsüberfällen über Wasser zu halten. Kein besonders gutes Leben, aber es reichte um satt zu werden und den Winter zu überstehen. Und irgendwann, ja irgendwann kam man so auf den Gedanken, dass dort draußen die ganzen Frauen alleine waren. Und wir waren doch auch alleine.

Das eine führte zum anderen und ehe ich mich versah, hatten wir eines Tages diese Magd auf den Feldern überfallen. Doch etwas lag in der Luft. Keiner machte Anstalten gleich zurück in den Wald zu flüchten. Es ging alles so schnell und ich wusste nicht wie mir war. Ich erinnere mich noch wie sie weinte und jammerte, vollkommen wehrlos, schon mehrere male missbraucht, lag sie da unter mir. Keine Ahnung wo mein Verstand war, wo mein Menschsein sich versteckte. Das Tier in mir regierte und ich tat was alle vor mir getan hatten. In diesem Moment war es körperliche Befriedigung. Doch als ich dann ablies von ihr und ihr in die Augen schaute. Diese Augen die nur eines sahen: nackte Verzweiflung und Angst. In diesem Moment wusste ich was ich getan hatte. Und ich sah an mir herunter und sah das Blut. Ihr Blut, wie es zwischen ihren Beinen entlang ronn. Überall das Blut, auch an mir. Und diese Augen die mich nicht verabscheuten oder dergleichen. Nein, sie sah in mir eine Bestie, ein Tier. Keinen Menschen, keinen bösen, gewaltätigen Menschen, sondern nur den furchteinflösenden Horror der sie ihr Leben lang begleiten würde und des Nachtens aufsuchen. Jemand riss mich von ihr weg um wohl selbst zum Zug zu kommen. Ich weis nicht mehr was danach geschah. Wahrscheinlich zerrten die anderen mich danach mit zurück in unser Versteck. Keine Ahnung und es ist auch egal.

Was folgte war die stille Zeit im Winter. Wir hatten viele Vorräte und seit dem letzten Ereignis hielt es unser Anführer der Gruppe, Argayle, für sinnvoller erst einmal sich ruhig zu verhalten. Ich hatte viel Zeit nachzudenken. Und mein Gewissen hatte viel Zeit mit mir zu reden. Und ich hörte ihm zu.

Mit den ersten Anzeichen des Frühlings trauten wir uns wieder aus unserem Versteck, einer kleinen Erdhöhle. Dreckig, schmutzig und mittlerweile ein stinkendes Loch. Mein erster Impuls war mich zu waschen und so ging es den meisten. Zwar waren wir Banditen und Vergewaltiger, aber gerade das stärkte wohl das Verlangen sich reinzuwaschen. Welch bittere Illusion. An diesem klaren Bachlauf sahen wir dann auch dieses wunderschöne Mädchen. Wie sie mit dem Korb unter dem Arm den Weg entlang ging, ein Liedchen singend. Es erschien mir wie in einem Märchen. In einem dieser Märchen die mir meine Großmutter damals am prasselnden Kaminfeuer erzählte. Diese perfekten Welten und schönsten Idyllen. Das war sie, meine Idylle. Ich wollte sie haben, unbedingt. Jetzt und sofort. Mein Gewissen redete auf mich ein, es bedrängte mich meinen Verstand einzuschalten. Doch ich hörte ihm nicht mehr zu. Ich wollte nur noch eines. Dieses Mädchen haben. Oder vielmehr die Idylle die ich längst aufgegeben hatte? Ich weis es nicht. Es bedurfte keiner Absprache unter den Männern. Sie wollten scheinbar alle das selbe. Während ich noch in unbefleckten Welten meiner Fantasie schwebte waren die anderen schon auf dem Weg. Ihr Schrei brachte mich aus meiner Verzückung und ich sah wie Argayle daran machte diese Schönheit an einen Baum zu fesseln. Er wollte sie auch, und er wollte sie zuerst. Mein Gewissen schrie aus voller Kehle, doch ich hörte nicht zu. Mein Verstand verschloss ich in der hintersten Zelle meines Daseins und zog statt dessen mein Schwert. Die Schönheit sollte mir gehören, mir allein. Und so ging ich los und erschlug einen jeden von ihnen. Diese Klinge, nie benutzt und nicht vertraut, zeigte sich mir scheinbar freundlich. Wie durch Wasser glitt sie durch die Körper meiner Kameraden und es war wie ein Traum der sich vor mir abspielte. Leise und kaum hörbar, nur das gurgelnde Geräusch des Blutes, wie es aus den Kehlen meiner sterbenden Kameraden sprudelte. Mit dem letzten Schlag hieb ich Argayles Kopf in zwei. Und sah in ihr Gesicht. In diese Augen die nur die Bestie, das Tier sahen. Die Welt war weg und ich sah nur noch ihre Augen. Und das Blut an meinen Händen. Und von einem Moment auf den anderen konnte ich wieder hören. Ich hörte die Welt. Und ich hörte mein Gewissen.
Seitdem ist es immer bei mir und redet mit mir. Es beschuldigt und beschimpft mich. Und ich höre ihm zu. Ich werde ihm ewig zu hören. Denn ich bin mir meiner Schuld bewusst.‘
Er faltete die zitternden Hände ineinander und schaute Jakob in die Augen. Und Jakob sah zum ersten mal die Augen seines Vaters im Licht der Erkenntnis. Abrupt stand sein Vater auf und ging einige Schritte auf ihn zu. Jakob saß immer noch auf dem Boden, vor dem Kamin, den Blick ständig auf die Augen seines Vaters fixiert. Dieser kniete sich nahe vor Jakob hin. Mit den Augen auf selber Höhe.
‚Nun weisst Du es. Dein Vater ist ein Bandit und Vergewaltiger. Und ein Mörder. Und der einzige Grund weshalb Deine Mutter überlebte war meine endlose Gier!‘
Beide schauten sich tief und lange in die Augen. Und für beide schien es, als würden sie mehr sehen. Als würden sie einander in die tiefsten Winkel ihrer Seele blicken. Sich das erste mal verstehen und überhaupt erst kennen lernen.
‚Ich bitte um Vergebund vor Dir, meinem Sohn. Ich bitte inständig um Vergebung für alles was ich getan habe. Und so sehr ich bitte, so sehr weis ich, dass ich diese Vergebung niemals erhalten kann. Vielleicht ist es nur der Tod mit dem ich meine Schuld gut machen kann. Vielleicht ist es auch der Rest meines Lebens alleine mit mir und meinem Gewissen.‘
Wortlos stand Jakob auf und verlies das Haus. Leise schloss er die Türe und ging hinaus in die Nacht. Er wanderte lange und ziellos durch die Gegend. Über die weiten Felder rund um Rotholz bis in den Wald. Wege entlang die er nicht kannte und Bächen folgend die ihm fremd. Erst am Morgengrauen kehrte er zurück in das Dorf. Vielmehr gesagt erreichte er den Friedhof. Und er ging zum Grab seiner Mutter um sich dort hinzusetzen im vom Morgentau feuchten Gras. Nachdenklich betrachtete er den schlichten, steinernen Grabstein und für ihn schien es, als würde er mit seiner Mutter reden, als wäre sie bei ihm, voll bei Bewusstsein. wie damals, als er noch ein kleiner Junge war.
‚Vater hat mir alles erzählt.‘
‚Das ist schön. Ich wusste das er eines Tages den Mut haben würde es zu erzählen.‘
‚Du kanntest die wahre Geschichte. Du wusstest es, auch als Du mir diesen letzten Brief schriebst.‘
‚Ja, das stimmt.‘
‚Wieso hast Du mir nicht die ganze Geschichte erzählt?‘
‚Ich liebe Dich, mein Sohn. Doch ich liebe zu allererst Deinen Vater. Er hat lange gelitten und sich selbst bestraft für seine Vergangenheit. Ohne Dich wird es keine Erlösung für ihn geben.‘
‚Ich bin seine Erlösung? Ich bin nur ein einsamer, unwichtiger Mensch der nichts zu verrichten mag in dieser Welt.‘
‚Nein. Du bist das Licht.‘
‚Pelor ist das Licht.‘
‚Ach Jakob, dann sei eben einer seiner Sonnenstrahlen.‘
Und als könnte er ihr Lächeln sehen, so wärmten ihn die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne und Jakob verstand. Endlich. Eilig stand er auf, küsste den Grabstein und machte sich auf den Weg zu seinem Vater.

Dort angekommen fand er ihn am Tisch vor sich. Er schien in einer Nacht mehr gealtert als in den letzten paar Jahren. In den Händen hielt er fest umklammert einen Becher mit frischem Wasser, von dem er ab und an kleine Schlucke trank. Zögerlich schaute er auf, in Jakobs Augen.
‚Bist Du gekommen mir den gerechten Tod zu bringen für das was ich getan habe?‘
‚Nein Vater, ich bin gekommen um Dir zu vergeben.‘
Unglauben, über die Worte die er gerade vernommen hatte, zeichneten des Vaters Züge. Langsam stand er auf, ging einige Schritte zu Jakob und sank dann vor ihm auf die Knie.
‚Ich bin die Vergebung nicht wert, denn ich bin eigennützig wo ich mich doch so sehr nach ihr sehne!‘
Jakob sank ebenfalls auf die Knie und umarmte seinen Vater.
‚Du hast den größten Teil Deines Lebens damit verbracht Dich selbst zu geißeln. Und nun sollst Du frei sein. Möge auch Dein eigenes Gewissen Dir nun endlich vergeben und Dir auf die letzten Tage Frieden schenken. Und am Ende wirst Du Deine Idylle finden, das verspreche ich Dir.‘
Lange Zeit verging in der sie sich innig umarmten und der Strom der Tränen ihnen beiden große Lasten von den Schultern nahm. Danach machten sie sich zusammen daran die Arbeit im Hof zu verrichten. Sie machten gemeinsam ein Essen für den Mittag und redeten lange und viel. Jakob erzählte beinah euphorisch von seinen Reisen und sein Vater hörte ihm fröhlich zu. Am Nachmittag machten sie einen langen Spaziergang und Jakob stelle voller Freude fest wie sein Vater die Welt neu entdeckte und den Anblick der Natur in vollen Zügen genoss. Erst spät kamen sie zurück zum Hof wo sie ein kurzes Mahl einnahmen und dann Stühle und Tisch nach draussen stellten, um dort den Nachthimmel zu geniessen. Es war kalt und es bedurfte viel warmen Tees und später dem ein oder anderen Schnapps um sie warm zu halten. In Decken gemummelt wie zwei alte Herren saßen sie dort und erzählten sich leise Geschichten und Gedanken die sie bewegten. Erst spät in der Nacht gingen sie zu Bett. Und für beide war es wohl der schönste Tag in ihrem Leben.

Jakobs Vater stirbt wenige Wochen darauf ohne Schmerzen und im Schlaf. Die Todesursache wird nie herausgefunden. Doch mit den letzten Atemzügen wird ein Lächeln seine Lippen zeichnen.

Die Offenbarung des Weges

Nachdem Jakob die Stadt Grimhaven – und mit ihr eine bedrückende Zeit inmitten von Hass, Frust und Hoffnungslosigkeit – hinter sich gelassen hatte fühlte er sich von vielen bedrückenden Gedanken erleichtert. Natürlich vergaß er nicht das Leid das diese Stadt wie einen Tumor mit sich trug, und er hatte schon fest geplant zurück zu kommen. Doch erst, so für sich im Stillen beschlossen, sobald sein Weg ihm klar wie die Luft nach einem Frühlingsregen. Vieles war in nur wenigen Tagen geschehen. Sie hatten gegen mächtige Schlangenwesen gekämpft und sahen sich einer Untergrundbewegung von Werratten gegenüber. So sehr er sich in dieser Zeit konzentriert hatte, dem inneren Gefühl und dem leitenden Licht Pelors zu folgen, so sehr war er schier daran verzweifelt. Nichts schien klar, nichts ersichtlich. Ein wilder Tanz bis zum letzten Ende in der beinahe ein jeder Tänzer eine Maske trug. Doch irgendwie hatte er es geschafft sich selbst treu zu bleiben. Seinen Weg zu gehen und diesen konsequent zu verfolgen. Nur fühlte er sich alles andere als wohl. Oder gar eins mit sich selbst. Etwas stimmte nicht und er ahnte was es war. Er war seinen vermeintlichen Weg gegangen. Doch nicht Pelors Weg. Die Seelen so mancher Gegner waren verschleiert von der Dunkelheit – und Jakob hatte es gesehen. Klar vor Augen war ihm das Übel das sie mit sich trugen. Doch das Mitleid siegte, waren sie doch noch jung und unerfahren und seine Hoffnung für die Menschen sich zu bessern schien unermüdlich. Ja, er hatte manche erst ziehen lassen. Und in der folgenden Nacht ereilte ihn ein sonderbarer Traum.

 

Auf allen Vieren bewegte er sich durchs Gras. Leise, fast unauffällig, und doch aufrecht. Aufrecht auf allen Vieren? Ihm schien er wäre kein Mensch gewesen. Und seine Glieder strotzen vor Kraft und Energie durchflutete seinen Körper. So wanderte unter der gütigen Sonne Pelors über die Wiesen und die Steppen dieser Welt. Neben ihm verschiedenste Tiere, die scheinbar keine Angst vor ihm hatten. Schafe und Lämmer, Rehe und Ziegen und Hasen. Sie alle bewegten sich frei auf den Ebenen und frohlockten dem Leben und der Sonne. Auch ein junger Wolf ging einher in der Wildnis. Streifte den Weg Jakobs, wie er zufrieden mit sich selbst und die schöne Sonne genießend durch das Gras schritt. Ja, Pelor war das Licht, das sah Jakob und sein Herz erfüllte sich mit Wärme, bei dem Gedanken ein Diener Pelors zu sein. In seinem Dienste das Licht in die Welt zu tragen. Er rechte den Kopf nach oben, schloss die Augen und genoss die warmen Strahlen der Sonne. Lange Zeit lies er sich gleiten im Treiben und vergas die Welt um ihn herum. Bis er wieder die Augen öffnete und kaltes Grauen ihn erfasste. Wie leergefegt war die weite Ebene und blutgetränkt das Gras, das er beschritt. Kein Tier mehr das ohne Scheu seinen Blick erwiderte. Den Tod waren sie, die unschuldigen Geschöpfe der Natur. Alle waren sie tot. Denn der junge Wolf hatte sie gerissen. Und mit großen, fletschenden Zähnen stand er vor Jakob, ihn um einiges überragend. Sich genährt und gestärkt vom Fleische der Unschuldigen. Und ohne das Lied der Vögel noch das Rauschen des Windes sah Jakob das Grauen. Still war es und die Zeit schien unendlich langsam als der Wolf seinen mächtigen Kiefer öffnete und dem Kind Pelors in einer mächtigen Bewegung den Nacken brach.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Rotholz, wo Jakob das Pferd Kupfersaum bei seinem Freund Simon, dem Priester zu Pelor, unterbrachte und ihn darum bat die anderen Pferde zu verkaufen, reiste er weiter in Richtung Relmord. Diesmal zu Fuß und ohne Eile. Denn er würde die Zeit benötigen um in sich zu gehen.

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